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Dreifeld-Sporthalle

Friedrich-Ebert-Schule · Pfungstadt

Wettbewerb: 2008, 2. Preis

Mitarbeiter: Philipp Riemschneider, Sandra Rützel, Nadine Ressel

Auslober: Landkreis Darmstadt-Dieburg

 

Projektbeschreibung

Eine großmaßstäbliche Freiflächengestaltung unter dem Thema „Band des Sports, des Spiels und der Bewegung“ bindet die neue Sporthalle an das bestehende Ensemble der Friedrich-Ebert-Schule an. Damit wird der Zusammenhang des Neubaus mit der Schule verdeutlicht. Eine Erweiterung der FES sollte sich auf dieses Band beziehen, beispielsweise indem es, wie dargestellt, einen Platz als Auftakt für das „Sportband“ formuliert. Das Spielfeld der Halle wird nicht abgesenkt, das Volumen des Gebäudes soll durchaus in Erscheinung treten, um sich im zu erwartenden Umfeld des Gewerbegebiets behaupten zu können und, zusammen mit der o.g. Freiraumplanung, um einen wahrnehmbaren Stadteingang von Pfungstadt zu formulieren. Aus diesem städtebaulichen Ansatz leitet sich der Wunsch nach räumlicher Durchlässigkeit in Ost-West Richtung ab. Der Halleneingang, das Foyer und das weit auskragende Vordach als Empfangsgeste richten sich zur Schulseite nach Osten, die geforderten Stellplätze werden an der Nordseite der Halle angeordnet. Von der in der Auslobung gewünschten Anordnung der PKW-Stellplätze an der Mainstraße wird bewusst abgewichen, da die trennende Wirkung der Straße hierdurch noch unnötig unterstützt würde. Alle Zugänge zur Halle und zu den Umkleide- und Geräteräumen sind ebenerdig. Dies ist vor allem der geforderten Barrierefreiheit der Anlage geschuldet, aber auch die bessere Zugänglichkeit und Orientierung bei geteilter großer und kleiner Halle ist von Vorteil. Die Westseite der Sporthalle bleibt unverbaut, hier befindet sich die Erweiterungsfläche.

Das Hallendach wird von einer weit gespannten Holzkonstruktion getragen. Die über 7,50 m spannende Pfettenlage besteht aus BS-Holz. Die großzügig dimensionierte Pfettenlage bietet genügend Raum für Lüftungstechnik und sonstige Installationen. Auf der Pfettenlage ist eine Holzschalung befestigt, die das Gründach trägt. Zur Verbesserung der Akustik in der Halle werden geschlitzte Platten aus Massivholz (Lignotrend) zwischen die von unten sichtbare Pfettenlage montiert. Die Tragkonstruktion der Südfassade bildet eine Zangenkonstruktion aus Furnierschichtholz-Stützen. Der Stützenabstand entspricht dem halben Abstand der Hauptbinder. Diese Stützen übernehmen die Lasten der Glasfassade und steifen sie aus. Durch die Anbindung an die Hauptträger kann auf einen Windverband innerhalb der Fassade verzichtet werden. Die Außenwandbekleidung besteht aus einer hinterlüfteten Schalung aus Lärchenholz in Rhombus-Form. Sowohl die Innenwände im Bereich der Prallwände als auch die Frontseiten der ausziehbaren Tribünenelemente und die Schwingtore der Geräteräume sind mit Kiefernholzleisten bekleidet, die zur Reduzierung der Nachhallzeit beitragen. Der Bodenbelag der Halle ist als Schwingboden mit einer Oberlage aus hellem Esche-Stabparkett geplant.

Zur Brauchwassererwärmung, vor allem für das Warmwasser der Sportler-Duschen, werden Solarkollektoren auf dem Hallendach montiert. Mit dieser Maßnahme kann, je nach Auslegung der Anlage, auch die Heizung unterstützt werden. Das anfallende Regenwasser der relativ großen Dachfläche soll in einer Zisterne gesammelt und dann  zur Bewässerung der Außenanlagen und zur Toilettenspülung genutzt werden. Das vorgesehene Gründach bremst den Abfluss des Niederschlagswassers, das schließlich in der geplanten Erdmulde im Westen des „Sportbandes“ versickert.