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Neufert-Meisterbau

Umbau des Neufert-Meisterbaus

Pützerstraße 6/6a · Darmstadt

Fertigstellung: 2002

Landschaftsarchitekt:
Michael Palm, Weinheim

Mitarbeiter:
Philipp Riemschneider, Astrid Wuttke,
Nadine Ressel, Ti Qiu, Frank Brammer,
André Schinköthe, Thomas Konradt (Bauleitung)

Auftraggeber:
Bauverein AG, Darmstadt

Auszeichnungen:

  • Gestaltungspreis Umbau im Bestand 2006
    Auszeichnung der Wüstenrot Stiftung
  • Vorbildliche Bauten im Land Hessen 2005
    Bauen im Bestand
  • Innovationspreis der Badenia-Wohnvorsorge 2003, 1. Preis
  • Preisträger beim Bundeswettbewerb 2003
    Denkmalschutz und Erhalt historischer Bausubstanz - die wirtschaftliche Alternative zum Neubau
  • Joseph-Maria-Olbrich-Plakette 2003
  • Tag der Architektur 2002

 

Projektbeschreibung

Der 1951 in der Ausstellung „Mensch und Raum“ gezeigte Entwurf von Ernst Neufert für ein Ledigenwohnheim wurde 1952-55 von der Bauverein AG auf einem Grundstück am Fuße der Mathildenhöhe direkt an der Erich-Ollenauer-Promenade realisiert. Er ist als einer von fünf realisierten Darmstädter Meisterbauten wichtiges Zeugnis der Architekturdiskussion der Nachkriegszeit.

Mit 156 Wohneinheiten, davon 131 Ein-Zimmer-Apartments, war das Gebäude in erster Linie für Alleinstehende und junge Ehepaare gedacht und wurde, bedingt durch gesellschaftliche Veränderungen, den heutigen Ansprüchen an Wohnraum nicht mehr gerecht. Nach dem Umbau entstand eine dem Wohnwert des Standorts „Mathildenhöhe“ angemessene Wohnungsmischung aus den Typen Atriumwohnung, Maisonettewohnung und Geschoßwohnungen, die innerhalb des bestehenden Baukörpers durch Kombination der ehemaligen Ein-Zimmer-Raumeinheiten so angeordnet und miteinander verschränkt sind, dass ein räumliches Puzzle entsteht.

Architektur und Design der 50er Jahre bewegten sich in einem Spannungsfeld zwischen Neuanfang und Kontinuität. Aus dem Mangel der Nachkriegszeit heraus bestimmte ein maßvoller Einsatz der Mittel die gestalterischen Themen. Am Beginn des 21. Jahrhunderts finden diese Prinzipien mit der Diskussion um die Endlichkeit natürlicher Ressourcen und der Forderung nach deren nachhaltigem Einsatz auch im Bereich der Architektur zu neuer Aktualität.

Alle neuen gestalterischen Maßnahmen folgen den Prinzipien des bestehenden Gebäudes. Gestaltungsmerkmale des denkmalgeschützten Bestandes wurden aufgegriffen und verstärkt oder an anderer Stelle fortgeführt. Daraus entwickelte sich ein eigenständiges Gestaltungskonzept, welches die Themen der 50er Jahre variiert und zeitgemäß verarbeitet. Die Eingriffe bleiben so im Gebäude erkennbar.