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Wasserbauhalle

Energetische Sanierung der denkmalgeschützten Wasserbauhalle von Prof. Ernst Neufert

Rundeturmstraße 1 · 64289 Darmstadt

Gutachten: 2006

Fertigstellung Energetische Sanierung: 2011

Mitarbeiter: Jörn Nitschke, Jens Beck, Günter Möller, Nadine Ressel, Svenja Krug, Rodolfo Tarulli, Joachim Britz

Auftraggeber: Technische Universität Darmstadt

 

Projektbeschreibung

Umgeben von Institutsbauten und Überresten historischer Bebauung steht in der Rundeturmstraße die Wasserbauhalle der TUD. Ursprünglich wurde die Wasserbauhalle als Institutsbau für den Wasserbau und die Hydromechanik konzipiert. Die Versuchshalle, um die sich Unterrichts-, Arbeits- und Verwaltungsräume sowie eine Werkstatt gliedern, bildet das Kernstück der Anlage. An der Südwestecke des Gebäudes befindet sich ein 4-geschossiger Turm, der der Aufnahme von Wasserhochbehältern diente. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde nach dem Entwurf von Prof. Ernst Neufert 1955 in Spannbeton-Schalenbauweise erbaut. Die Halle mit stützenfreiem Grundriss ist ca. 70 m lang und 25 m breit, der Konstruktion liegt ein Achsraster von 10 m zugrunde. Auffällig ist ihr wellenförmiges Dach, dessen Spannweite durch die Schrägstellung der Stützen von 25 auf 21,5 m verkürzt ist und scheinbar über der Fassade schwebt. Es sind die Leichtigkeit der Konstruktion sowie die Transparenz der Fassade, die dieses Bauwerk als beispielhaften Vertreter der an der Moderne orientierten Architektur der fünfziger Jahre auszeichnen. Die stellenweise nur 7 cm starke Schalenkonstruktion ist als eine besondere Ingenieurs- und Handwerksleistung zu bewerten.

Betonsanierung: Lose Teile des Betons wurden mit Wasserdruck entfernt, die korrodierte Bewehrung freigelegt und behandelt. Danach erfolgte die Reprofilierung der Betonteile mit epoxydhaltigem Reparaturmörtel.

Dachsanierung: Im Rahmen der energetischen Sanierung wurde die Folienabdichtung entfernt, die Dachflächen mit 15 cm starker Wärmedämmung nachgerüstet und mit einer neuen Abdichtung versehen. Die bestehenden korrodierten Fallrohre der Dachentwässerung sind in den Betonstützen der Versuchshalle integriert und wurden durch neue Edelstahlrohre ersetzt.

Fassadensanierung: Trotz energetischer Sanierung konnte der Charakter der filigranen Fassaden-Stahlkonstruktion und des schwebenden Daches bewahrt werden. Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme wurden die Fassadenkonstruktion und die Fenster nach historischem Vorbild mit Stahlprofilen erneuert und mit einer Isolierverglasung nachgerüstet.

Nutzungsänderung: Nach der energetischen Sanierung erfolgt der Umbau für den Einzug der zentralen Werkstätten der TUD. Die Halle wird mit einzelnen Raumboxen möbliert, die freie Fläche dient als Montageplatz mit Maschinen und Werkbänken der einzelnen Gewerke.