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Aussichtskanzel „Vogelnest"

Hochheim am Main
im Silberseegebiet an der L3028 

Fertigstellung: 2001

Landschaftsarchitekt: Günter Rademacher, Bad Soden am Taunus

Mitarbeiter: Marcel Peter, Andreas Mayer

Auftraggeber: Regionalpark Rhein-Main GmbH, Flörsheim am Main

Auszeichnungen:

  • Deutscher Holzbaupreis 2003
  • Johann-Wilhelm-Lehr-Plakette 2003
  • Tag der Architektur 2001

 

Projektbeschreibung

Im Norden von Hochheim unmittelbar an der Gemarkungsgrenze zu Wiesbaden liegt das ehemalige Kiesgrubengelände Silbersee, ein Naturschutzgebiet, das eine große Zahl von unterschiedlichsten Vogelarten anzieht.

Es gehört zu den wichtigen Anliegen des Regionalparkprojekts, den Besuchern auch wilde Natur auf solche Weise vorzuführen, dass die Biotope zwar eingesehen und beobachtet werden können, jedoch ohne dass sie durch dieses Interesse Schaden nehmen. Es soll durch unmittelbare Anschauung für die Ziele des Naturschutzes geworben werden, aber gleichzeitig auch um das Verständnis dafür, dass solche Biotope ihres Schutzes wegen nicht betreten werden sollten.

Es wurde entschieden, ein künstliches, stilisiertes Nest zu bauen. Diese Landmarke soll ein Kunstgebilde sein, aber die Assoziationen zum natürlichen Nest, zum Vogelschutzgebiet, wecken. Und auch der Gedanke steckt darin: dass wilde Natur im Rhein-Main-Gebiet nur künstlich wieder geschaffen und erhalten werden kann. Das Naturschutzgebiet ist im Grunde so künstlich wie das Nest selbst.

Die Landmarke steht auf einem Hügel, der um 8,50 Meter gegenüber dem umliegenden Gelände aufgeschüttet wurde. Mit acht unregelmäßig angeordneten Stangen von 25 Zentimetern Stärke wurde gleichsam eine Astgabel geschaffen, in der in 7,50 Meter Höhe eine kreisrunde Plattform ruht. Die Gestaltung des Nestmotivs wird durch 8 kreisrunde Ringe aus Brettschichtholz erreicht.

Das Objekt, angesiedelt zwischen Bauwerk und Skulptur, wurde entsprechend seiner Anforderungen detailliert: Stahlteile im Bereich der sicherheitsrelevanten Bereiche (Umwehrung, Spindeltreppe), reduzierter konstruktiver Holzschutz (Abdeckung der Hirnholzbereiche, Verschleißbretter über den Ringstößen), Robustheit der Fügungspunkte bei gleichzeitiger Beachtung der figürlichen Gesamtsilhouette.