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Forsthaus am Jagdschloss Kranichstein

Umnutzung und Sanierung des denkmalgeschützten Forstdienstgehöfts

Kranichsteiner Straße · Darmstadt

Fertigstellung: 2015

Mitarbeiter: Nadine Ressel

Auftraggeber: Ramona Buxbaum

Veröffentlicht:

  • Waidmanns Traum · Neue Häuser · Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Juli 2016
  • "Büro mit Blick ins Grüne" - Beilage Darmstädter Echo, Juli 2016
  • "Neue Häuser - Kandidaten gesucht" · Frankfurter Allgemeine Zeitung, Februar 2017

 

Projektbeschreibung · von Dr. Ludwig Völker

Das Kranichsteiner Falltorhaus ist als Kulturdenkmal in Verbindung mit dem Jagdschloß Kranichstein von überregionaler Bedeutung und trägt in erheblichen Maße zur kulturellen Bedeutung der Stadt bei.
Der historische Zustand ist durch eine Gouasche des Darmstädter Hofmalers Ernst August Schnittspahn (1795-1882), durch Ansichten von Darmstadt zur Biedermeierzeit bekannt.
Es wurde um 1830 als jüngstes Falltorhaus in Form eines Gebäudeensembles gegenüber des Jagdschlosses erbaut. Um 1870 wurde es zu einer Revierförsterei umgewandelt, im Zuge der Forstreform wurde es aufgegeben und 2013 verkauft.
Das ehemalige Forstdienstgehöft steht auf einem großen Grundstück. Direkt an der Straße liegt das Wohn- und Dienstgebäude des Försters, ein adretter Bau, verputzt, 2-geschossig.
Dahinter folgt der Hof, der von einem Scheunen- / Stallgebäude aus unverputztem Bruchstein abgeschlossen wird. Der bauliche und Materialaufwand wiederspiegeln die Wertigkeit der Gebäude. Im Garten befindet sich ein hölzerner Schuppen.
Die Bauherrin und Architektin Ramona Buxbaum, hat im Jahr 2014 das Kranichsteiner Falltorhaus trotz des schlechten Gebäudezustands gekauft. Der enorme Aufwand an den notwendigen Instandsetzungen und Wiederherstellungen waren ihr durchaus bekannt.
Mit großer Beharrlichkeit, mit weit über das gebotene hinausgehende Engagement und mit viel Feingefühl für den historischen Zeugniswert hat Frau Buxbaum das ursprüngliche Erscheinungsbild des Falltorhauses nach der Gouasche von Schnittspahn wieder hergestellt.

Anders als bei einem Neubau erfordert ein Umbau besonderes Fingerspitzengefühl im Umgang mit der vorgefundenen Bausubstanz. Das gilt in besonderem Maß bei einem denkmalgeschützten Objekt.
Wenn nun der glückliche und seltene Fall eintritt, dass Architekt und Bauherr ein und dieselbe Person sind, dann sind die Voraussetzungen gegeben auch ungewöhnliche Lösungen zu realisieren.
Im ehemaligen Falltor- bzw. Forsthaus befindet sich heute das Architekturbüro "ramona buxbaum architekten". Die Außenfassade wurde nach historischem Vorbild saniert.
Historische Elemente, wie  Holzböden und Holzoberflächen wurden freigelegt und aufgearbeitet. Mit viel Liebe zum Detail wurde die Einzigartigkeit des Forsthauses wieder zur Geltung gebracht. ( Dammschauflerköpfe )
Im Scheunen- / Stallgebäude befindet sich das Wohnhaus der Architektin. Das Bruchsteinmauerwerk wurde von Putz befreit und aufgearbeitet. Der Holzdachstuhl wurde freigelegt. Ehemalige Futtertröge haben ihren Platz im Bad als Waschbecken gefunden.
Der Vorplatz zur Kontrolle des Waldzugangs wurde durch veränderte Nutzungsanforderungen dem Garten zugeschlagen. Der Vorplatz wurde behutsam nach dem ursprünglichen Erscheinungsbild wieder hergestellt, eine Baumreihe entlang der Kranichsteiner Straße und die ursprünglich vorhandene Streuobstwiese wurden wieder hergestellt.