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Zentrale Werkstätten der TUD

Umnutzung der denkmalgeschützten Wasserbauhalle von Prof. Ernst Neufert

Rundeturmstraße 1 · 64289 Darmstadt

Fertigstellung Nutzungsänderung: 2014 

Mitarbeiter: Lena Henschel, Frieder Foltz, Jörn Nitschke, Markus Bier, Jens Beck

Auftraggeber: Technische Universität Darmstadt

 

Projektbeschreibung

Einzug der Zentralen Werkstätten

Die Wasserbauhalle nimmt mit ihren angegliederten Bürotrakten die Zentralen Werkstätten und die Verwaltung des Dezernats IVc der TUD auf.

Hierzu haben sowohl die Halle als auch der West- und Nordtrakt eine Umnutzung erfahren.

Die Baumaßnahme wurde in zwei Abschnitten durchgeführt. Der erste Abschnitt umfasste die Sanierungsarbeiten der Bürotrakte, die Erneuerung der Haustechnikanlagen sowie die Unterkellerung des westlichen Hallenteils.

Der zweite Abschnitt umfasste die Errichtung der Werkstatteinrichtungen innerhalb der Halle.

Verschieden große Raumboxen nehmen emissionsintensive Werkstattbereiche auf, schützen so die umliegenden Büroräume und gliedern die offenen Arbeitsbereiche in der großzügigen Halle. Die Raumboxen oder Werkstattzellen sind in Leichtbauweise errichtet worden.

Die Fassaden der Raumboxen dienen zusätzlich der Verbesserung der Nachhallzeit in der Halle.

Der Hauptzugang erfolgt von der Rundeturmstraße, Ecke Fraunhoferstraße, aus. Das Treppenhaus als Bindeglied zwischen Halle, Nordtrakt und Westtrakt ermöglicht die Erschließung aller Geschosse und Gebäudeteile.

Die als Werkstatt genutzte Halle verfügt über einen eigenen Zugang an der Ostseite und weitere drei untergeordnete Zugänge an der Südseite.

Halle

Zur Vorbereitung des Werkstattausbaus wurde der westliche Teil der Halle unterkellert. Ein neu geschaffener Lagerraum zwischen den bestehenden Tiefrinnen beherbergt für den Werkstattbetrieb notwendige Lager und alle Technikräume. Die Tiefrinnen selbst bieten weitere Lagerflächen. Das Kellergeschoss ist von der Rundeturmstraße auf der Westseite ebenerdig begehbar. Die technische Ver- und Entsorgung der Werkstattbereiche erfolgt über bestehende Tiefrinnen, um für ausreichende Flexibilität zu sorgen, während der luftige Hallencharakter gewahrt wird. 

Im Nordosten der Tiefrinne wurde eine Verbindung zum UG des Nordtraktes geschaffen, eine direkte Anbindung zwischen Werkstattbereich (Halle) und Keller (Lager) wurde im Süden durch zwei neu angelegte Treppen sowie einen Plattformlift ermöglicht, um gelagerte Materialien direkt in die Halle transportieren zu können.

Der Plattformlift gewährleistet die Barrierefreiheit von Kellergeschoss, Halle und Bürotrakt Nord.

Die Halle wird als Werkstattbereich genutzt. 

Die einzelnen Gewerke wie Schlosserei, Schreinerei, Schweißerei, Elektrik, Heizung, Lüftung, Klima und Sanitär finden dort eingerichtete Werkstätten und Arbeitsplätze vor. Dafür wurden einzelne „Arbeitsinseln“ geschaffen, die von 2m breiten Lauf- und Rettungswegen umgeben sind. Um den Schall- und Emissionsschutz der Maschinen von 90-120 dB gewährleisten zu können, wurden die Arbeitsbereiche mit lauten oder Geruch entwickelnden Maschinen mit den Raumboxen in Leichtbauweise errichtet. Damit wird der Schallschutz von 55 dB für Schreinerei und Schlosserei und 50 dB für Elektro- und Schweißerwerkstatt von innen nach außen erreicht. 

Mit ihren Pultdächern sind die Raum- oder Werkstattboxen so gestaltet, dass sie das luftige Erscheinungsbild des wellenförmigen Hallendaches bewahren und Schutz vor dem Schall in der Halle bestmöglich gewährleisten.

Die Kubatur ermöglicht eine optimale Ausnutzung für die Technik innerhalb der Boxen, ein Großteil der Technik (Zu- und Abluft) wird an den Hochpunkten der Boxen geführt. Die lichte Raumhöhe beträgt nach Arbeitsstättenrichtlinien mind. 2,75m - 3,00m, je nach Anforderung. Mit dem Ziel, eine optimale Werkstattatmosphäre zu schaffen,wurden in die Außenflächen der Einhausungen Regal- und Lagerflächen integriert, die nicht benötigten Fassadenflächen mit Akustikelementen verkleidet.

Dachüberstände an den Boxen dienen zusätzlich der Schallabsorption und nehmen die Arbeitsplatzbeleuchtung für einzelne darunter angeordnete Maschinen auf.

Nordtrakt

Im Norden gliedern sich die Büroräume für die Leitung des Dezernat IV c mit direktem Bezug an die Halle an. Die Raumaufteilung wurde der neuen Nutzung angepasst. Im Erdgeschoss des Nordtraktes wurden Büros, Besprechungs- und Meetingräume angeordnet, weitere Büro- sowie Pausen- und Sanitärräume befinden sich im unteren Niveau. Aufgrund der bestehenden Splitlevel-Situation werden alle Räume ausreichend natürlich belichtet.

Die einzelnen Büros sind über einen hallenseitig an die Räume angegliederten Flur laubengangartig erschlossen, zwei angegliederte Treppenanlagen schaffen eine direkte Verbindung zur Halle.

Westtrakt

Im Westtrakt wurden über zwei Geschosse Büroräume für die Verwaltung und die Ingenieurgruppe des Dezernats IV c der TUD geschaffen. Diese sind vom Haupttreppenhaus hallenseitig über einen Gang erschlossen, der durch Fenster Blickbezüge in die Halle bietet.

Durch die Topographie des Geländes befinden sich im Kellergeschoss des Westtraktes die ehemaligen Garagen, die einen direkten Zugang zu den Parkplätzen des Gebäudes haben und als Technik- und Lagerräume sowie als Waschplatz und Lackiererei fungieren.

Die Andienung des Lagerkellers erfolgt ebenfalls über eine der Garagen, die im Sinne der Barrierefreiheit auf das Niveau der Tiefrinnen abgesenkt und schleusenartig vom Kellerraum abgetrennt ist.

Turm

Der Turm, in dem sich der Wasserhochbehälter befand, nimmt nach dem Umbau die Lüftungszentrale auf. Die Lüftungszentrale erstreckt sich vom UG bis ins 3. OG und schließt das Treppenhaus mit ein.

Die Luftkanäle laufen vom Turm über die Tiefrinnen zu den innenliegenden Raumboxen.

Ab dem zweiten Obergeschoss sind Technikflächen (Lüftung / EDV) untergebracht.